Oh Solex mio …

Es war einmal ein Solex 3300 Baujahr 1966, damals gekauft von meiner Schwester.

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Ich darf es benutzen, während ich bei ihr und meinem Schwager im Aargau wohne, bei welchem ich einen Ferienjob habe. Danach folgt es mir irgendwie in meine Heimat im Jura.

Bei einem Selbstunfall in der Teufelschlucht bei Olten werden einige Teile ziemlich verbogen und der Tank hat eine böse Beule, aber es läuft noch und trägt mich munter nach Hause. Danach verliert sich seine Spur …

Jahre später – ich wohne jetzt im Kanton Zürich und bin verheiratet – taucht es auf wundersame Weise wieder auf und dient meiner Frau als fahrbarer Untersatz zu ihrem Arbeitsort im Nachbardorf.

Nach erneutem Umzug 1985 wird es in die hinterste Ecke der Garage verbannt. „Wenn ich mal in Rente bin, werde ich das Solex restaurieren,“ behaupte ich immer. Also bleibt es in seiner Ecke stehen und wartet 32 lang Jahre geduldig auf meine Pensionierung.

Dann endlich: Ich bin soweit, ich habe Lust und Zeit. Wie ein Scheunenfund kommt es mir vor, als ich das Gefährt unter Spinnweben und einer Staubschicht hervorhole. Natürlich wird der „Fund“ entsprechend dokumentiert. Im Folgen findest du diese Themen:

Alter Zustand und Demontage

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Der Motor ist jetzt zerlegt

Jetzt geht es ans Reinigen der Einzelteile. Zudem werden Ersatzteile wie Dichtungen und Lager neu bestellt. Auch die Benzinpumpe und die Kolbenringe müssen ersetzt werden. Die Antriebsrolle lasse ich beim Spezialisten aufbereiten, sie bekommt einen neuen Belag.

Der Motor wird neu aufgebaut

Jetzt ist auch der Rahmen zerlegt. Alles passt in eine Kiste…

                                     …und wartet auf die Fortsetzung.

Restauration der Rahmenteile

Seit Anfang Sommer 2019 werden die Teile wieder Stück um Stück aus dem Karton geholt. Diese werden sandgestrahlt und grundiert.

Etwa ein Drittel ist bis jetzt geschafft. Da ich nur sehr sporadisch an diesem Projekt arbeite, wird noch einige Zeit vergehen, bis ich zum Decklack und zum Zusammenbau komme.

Sommer 2020

Alle Teile sind nun sandgestrahlt und grundiert.

Nun folgt der neue Lack. Welche Farbe soll mein restauriertes Solex haben? Schwarz, wie es orignal ab Werk mal war. Oder eine der anderen Farben, in denen das Gefährt später angeboten wurde: weiss, rot, blau….

Nein, ich entscheide mich für Mustang-Magnetic mit Dunkelrot-Metallic. Leider gibt es keine Einzelbilder von den lackierten Teilen, aber das kommt ja dann am Schluss, wenn alles zusammengebaut ist, sowieso besser zur Geltung

Der Zusammenbau

Gut, gibt es im Internet genaue Pläne und sogenannte Explosionszeichnungen. Ohne hätte ich den Zusammenbau wohl nicht geschafft.

Einige Teile sind neu, z.B. die Handgriffe, die Bremskabel, die kleinen handelsüblichen Schrauben. Anderes habe ich geschliffen, gebürstet, poliert wie z.B. alle Chromteile, die Bremshebel, die Solex-spezifischen Schrauben und Muttern. Auch der Sattel, der hier so toll glänzt, ist der alte, gereinigt, gewachst und poliert.

Wie Phönix aus der Asche… Juli 2021

Bevor die erste Probefahrt stattfinden konnte, brauchte ich dann doch noch etwas professionelle Hilfe. Der Motor lief zwar mit Vollgas gut, aber im Stand starb er immer wieder ab. Es stellte sich heraus, dass die Wellenabdichtung ungenügend war, und auch bei der Benzinleitung sog der Motor Falschluft an.

Aber jetzt ist es endlich vollbracht!

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